Neujustierung der 5%-Hürde in Sachsen-Anhalt

Das Handelsblatt Morning Briefing berichtet heute von einer absoluten Sensation: die 5%-Hürde liegt in Sachsen-Anhalt in Wahrheit bei 5,3%. Ich zitiere aus dem heutigen Newsletter: „Und das BSW könnte zum Schlüsselfaktor werden. Die Partei liegt mit exakt 5,3 Prozent genau an der Sperrklausel und würde fünf Mandate erhalten.“ Kann man – zumindest in diesem Moment (2026-09-07) – noch unkorrigiert hier nachlesen.

Nun gut, ein alternativer Erklärungsansatz mag sein, dass die 5%-Hürde in Sachsen-Anhalt weiterhin bei 5,0% verharrt und beim Handelsblatt der Journalist, die Redaktion, der verantwortliche Chefredakteur, die Faktencheckerbrigade, die Korrekturleser und auch die abschließende KI-Qualitätskontrolle nicht meine hohen Qualitätsansprüche teilen. Ja, wenn man darüber nachdenkt, wird das wohl durchaus plausibel sein – wobei vermutlich die naive Erwartungshaltung von mir als Konsument, dass mehr als ein übermüdeter Redakteur bei der Erstellung eines solchen kostenlosen Newsletters beteiligt ist, völlig überzogen ist, zumal es die alte Weisheit „was nix kostet is‘ nix“ zu beachten gilt. Obwohl der kostenlose Newsletter ja auch irgendwie Werbung sein soll für seinen großen Bruder „Morning Briefing Plus“, der echtes Geld kostet. Tja, liebes Handelsblatt, das war wohl nix mit einem neuen zahlenden Abonnenten bei dieser unterirdischen Performance.

Und ich dachte schon, die Frage von Tilo Jung (Podcast „Jung und Naiv“, der wohl eher „Dumm und Naiv“ heißen sollte) bei der Bundespressekonferenz sei der heutige intellektuelle Tiefpunkt des hiesigen Qualitätsjournalismus. Wer es aushält, kann hier ein paar Worte drüber lesen und das passende Video dazu schauen, inklusive der reißerisch-bis-irreführenden Überschrift von FOCUS Online.