Schweiz, Du hast es besser. Aber nur ein wenig.

Die Schweizer haben per Volksabstimmung ein vorzeitiges Abschalten (beginnend 2017) ihrer Kernkraftwerke mit recht deutlicher Mehrheit abgelehnt. So weit, so positiv. Die Argumente waren offenbar überzeugend: Strom soll preiswert bleiben, die Kraftwerke sind sicher, die Versorgungssicherheit bleibt gewährleistet, CO2-Bilanz bleibt gut.

Das ist natürlich ein gewaltiger Unterschied zum Nacht- und Nebel-Ausstieg in unserer Republik von 2011. Schnell mal eine Enteignung ohne triftigen Grund? Offenbar kein Problem in unserem Staat. Schnell mal eine Ethikkommission einberufen, die eine im Herzen technische Frage klären soll? Klar, her damit. Widerstand von der Opposition? Längst Vergangenheit in unserem Land, sogar die FDP – einstmals als liberale Partei angetreten – hat den Ausstieg staatsmännisch mitgetragen, ebenso wie den weiteren Weg in die Energie-Planwirtschaft.

Aber unterm Strich bleibt die Beschlusslage in der Schweiz ebenso trostlos wie bei uns: Neubau von Kernkraftwerken scheint ausgeschlossen, der Ausstieg nur aufgeschoben statt aufgehoben.

Ich bin gespannt, wann unsere Politiker angesichts dramatisch gesunkener Netzstabilität kalte Füße bekommen und vielleicht wenigstens den neuesten Kraftwerken im Süden – Philippsburg 2, Neckarwestheim 2, Gundremmingen B und C sowie Isar 2 – eine verlängerte Laufzeit einräumt (anderswo haben derartige Kraftwerke längst schon eine Laufzeitverlängerung auf 60 Jahre bekommen). Für die Netzstabilität wäre das – insbesondere nachdem die neuen Nord-Süd-Stromtrassen wohl noch länger auf sich warten lassen – dringend notwendig.

Aber vielleicht setzt Deutschland ja einfach weiter auf Kohle und reaktiviert ein paar alte Kraftwerke – unsere CO2-Bilanz und generell der Luftschadstoffausstoß scheint ja seit Jahrzehnten keinen zu interessieren (außer natürlich bei Diesel-PKWs), bisher hat die Energiewende ja für einen deutlich erhöhten CO2-Ausstoß gesorgt und die Luftqualität dank Pellet- und Hackschnitzelheizungen sowie Biomasse-Verstromung komplett ruiniert. Deutschland ist klimatechnisch nur in der Eigenbetrachtung Musterschüler. Aber auch ohne das Klimaargument gibt es gewichtige Gründe, die Kernenergie endlich wieder zu favorisieren. Sie ist die umweltfreundlichste, nachhaltigste, ergiebigste und preiswerteste Energiequelle (ja, Strom und Wärme) die wir kennen. Deshalb ist es höchst ärgerlich, wenn selbst Kernenergiebeführworter oft nur von „Brückentechnologie“ oder „Laufzeitverlängerung“ reden anstatt endlich den Kraftwerksneubau zu propagieren.

Erdbeben zerstört Glaubwürdigkeit

Neulich in der ARD: Bericht über das jüngste starke Erdbeben vor der japanischen Küste im Dunstkreis von Fukushima. Mit Tsunamiwarnung. Dann: Erinnerung an Erdbeben und Tsunami und die nachfolgende „Reaktorkatastrophe von Fukushima“, bei der bekanntlich bisher keine strahleninduzierten Opfer zu beklagen sind. Schweigen hingegen über die nahe 20000 Opfer, die der Tsunami forderte – die wirkliche Katastrophe von Fukushima, für die sich in den deutschen Qualitätsmedien traditionell aber niemand interessiert.

Und wieder wird klar, warum es den Rundfunkbeitrag aka Zwangsabgabe braucht – ohne Zwang würden wohl nur die wenigsten für diese Propagandaschleudern zahlen wollen. Und mit reduziertem Etat könnte man sich endlich auf die Kernkompetenzen konzentrieren: Volkstümliche Musik und Tatort.

Propaganda made by ZDF

Es gab mal eine Zeit, da standen Öffentlich-Rechtliche Sender insbesondere bei Berichten über Wissenschaft und Forschung im Ruf einer topseriösen Institution.

Lange her. Gerade musste ich noch einige Minuten „Leschs Kosmos“ ertragen – Thema waren Kernenergie und Strahlung. Selten so viel üble Anti-Kernkraft-Propaganda auf einem Haufen gesehen. Und man entblödete sich nicht, tatsächlich das Konzept „Gravity Power“ in der Variante „bauen wir auf das Gelände eines abgeschalteten Kernkraftwerks“ als Lösung für den Zappelstrom der sogenannten „Erneuerbaren Energien“, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, mal Kosten und Potenzial wenigstens anzusprechen. Keine Ahnung, inwiefern Prof. Lesch redaktionell involviert ist, aber er machte nicht den Eindruck, wie wenn er sich als Propagandaschleuder irgendwie unwohl fühlen würde. Beschämend. Als Schlusswort prophezeite er die große Katastrophe, weil weniger panisch veranlagte Länder sich doch tatsächlich erdreisten, Laufzeiten von 60 Jahren ins Auge zu fassen – wo doch der Tschernobyl-Reaktor schon in seinem zehnten Lebensjahr in die Luft geflogen ist. Kein Scherz, auf diesem Niveau wird heutzutage Meinung gemacht.

Zwangs-Pay-TV abschaffen. Sofort. Dann wäre ein solches propagandistisches Machwerk wenigstens nicht ganz so ärgerlich.

Propaganda in der Qualitätspresse

Letzten Freitag ging es durch alle Kanäle. Aufgrund von Recherchen des WDR und der SZ wurde vermeldet, dass es im Kernkraftwerk Fessenheim – neben Cattenom schon immer Lieblingsfeind der Anti-AKW-Bewegung hierzulande – zu einem Unfall gekommen sei (auch von „Unglück“ ist die Rede), bei dem man quasi dem sicheren Atomtod beiderseits des Rheins nur haarscharf von der Schippe gesprungen sei. Und: die französische Atomaufsicht habe den ganzen Vorfall auch noch vertuscht.

Hier kann man dieses propagandistische Machwerk nachlesen.

Wie so oft, wenn alarmistisch über Kernkraftwerke berichtet wird, bleibt nach einer seriösen Recherche von den diversen Behauptungen sehr wenig übrig.

Andere haben detailliert Stellung genommen, hier die Kurzfassung:

  • die Steuerung eines Druckwasserreaktors über Borierung des Kühlwassers ist absolut üblich, und eine Abschaltung des Reaktors über boriertes Wasser ist eine Standardmaßnahme nach Betriebshandbuch
  • diesen Vorfall als Unfall oder Unglück zu beschreiben, entbehrt jeder Grundlage – der Reaktor war jederzeit unter Kontrolle, nach INES ist sowas maximal als Störfall zu betrachten, auf keinen Fall als Unfall – und etwas, das keinerlei Opfer forderte, als „Unglück“ zu bezeichnen, benötigt ein gerüttet Maß an Unverfrorenheit
  • eine Reaktorschnellabschaltung durch Fallenlassen der Notsteuerstäbe war zu jeder Zeit möglich, man entschied sich aber für die elegantere Methode der Kühlwasserborierung
  • warum genau der französischen Aufsichtsbehörde „Vertuschung“ vorgeworfen wird, bleibt unklar – hier kann man den Originalbericht nachlesen, der direkt nach dem Vorfall veröffentlicht wurde. Sogar die grün-rote Landesregierung bestätigte gegenüber dem SWR, dass man informiert war

Es ist allerdings festzuhalten, dass der Grund für die Probleme im April 2014 in einem optimal geführten Kernkraftwerk niemals vorkommen darf – Wasser in Schaltschränken ist nicht akzeptabel. Allerdings haben Kernkraftwerke – sogar ältere wie Fessenheim – so viel Redundanz und Sicherheitsreserve, dass solche Probleme nur mäßige Bedeutung für die Sicherheit des Kraftwerks haben. Und gar keine Bedeutung für die Bevölkerung rund ums Kraftwerk.

War es nun Lügenpresse oder Inkompetenzpresse? Man weiß es nicht. Ich bin eigentlich großer Anhänger von Hanlon’s Razor. Aber die publizistische Vergangenheit des WDR-Juwels Jürgen Döschner könnte einen auf den Gedanken bringen, dass möglicherweise mit unserer „Demokratieabgabe“ (Copyright Jörg Schönenborn – andernorts als GEZ-Abzocke, seltener auch als Rundfunkbeitrag bezeichnet) Journalismus finanziert wird, der seiner eigenen Agenda folgt. Und letztlich wirklich unabhängiger Journalismus ist: nämlich unabhängig von den Fakten.

Hier irrt Prof. Sinn

In der Zeitschrift „Schweizer Monat“ ist jüngst ein Interview mit Prof. Sinn erschienen.

Ich persönlich schätze die Einlassungen von Prof. Sinn sehr. Geerdet, in sich schlüssig, fest auf dem Boden der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Ökonomie, trotzdem wohltuend pragmatisch bei seinen politischen Vorschlägen. Ein Wissenschaftler weit ab vom Elfenbeinturm.

Zur sogenannten Energiewende hat Prof. Sinn in der Vergangenheit schon das Notwendige gesagt, z.B. in seinem schön zusammenfassenden Vortrag „Energiewende ins Nichts“.

Auch im vorliegenden Interview spricht Prof. Sinn entscheidende Schwächen der Energiewende an. Beispielsweise den Widerspruch, die Energiewende als Klimaschutzprogramm zu verkaufen, obwohl man gleichzeitig aus der einzig sinnvollen CO2-freien (ja, ich weiß, nix ist wirklich CO2-frei, insbesondere nicht die sogenannten Erneuerbaren Energien und auch nicht die Kernenergie, aber bei der Kernenergie ist der Ausstoß über alles so gering, dass die Bezeichnung CO2-frei durchaus treffend ist) Stromerzeugungstechnologie aussteigt.

Ich denke aber, dass Prof. Sinn bei einigen seiner Prognosen völlig falsch liegt. Eine davon, als Antwort auf die Frage nach der Stromerzeugung in 20 Jahren: „Wir werden wieder Atomkraftwerke haben, solche eines neueren Typs, der den veränderten Sicherheitsvorstellungen genügt. Ich sehe nicht, wo der Strom sonst herkommen sollte.“

Es zieht sich durch das Interview – Prof. Sinn geht davon aus, dass es in Deutschland noch ökonomischen Restverstand in Politik und Bevölkerung gibt. Dass, wenn die Stromversorgung nur entsprechend teuer wird, man sich besinnen wird auf sinnvolle und gangbare Wege zurück auf den Weg der ökonomischen und auch ökologischen Vernunft (warum weder Windkraft noch Photovoltaik und schon gar nicht Biomasse ökologisch sinnvoll sind wäre wohl genug Stoff für eine ganze Artikelserie).

Ich denke, dass dieser Optimismus nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahren überhaupt keine Grundlage hat. Sowohl Politik als auch Gesellschaft sind zu großen Teilen bereit und willig, ökonomisch unsinnige Dinge trotzdem zu tun und dafür praktisch beliebig viel Geld auszugeben. EEG, Euro-Krise, Rente mit 63, Griechenland-Rettung, Mindestlohn, Flüchtlingspolitik.

Dazu kommt die Tatsache, dass wir offenbar breite lernresistente Bevölkerungsschichten haben sowie die übergroße Mehrzahl der Medien, die weitgehend unabhängig von den Fakten operieren und „berichten“. Woher soll der Funke der Vernunft kommen? Der letzte Moment der Hoffnung war bei mir das Wahlergebnis 2009. Die Union zurechtgestutzt aufgrund der katastrophalen Großen Koalition, eine wiedererstarkte FDP aufgrund eines glasklaren liberalen wirtschaftspolitischen Programms. Es folgte wie bekannt das Totalversagen der FDP in allen relevanten wirtschaftspolitischen Fragen unter einem beispiellosen medialen Dauerfeuer. Sogar beim Ausstieg aus der Kernenergie nach Fukushima hörte man keine Stimme der Vernunft von der FDP.

Besondere Beachtung muss auch die traditionell seit den frühen 80er Jahren vorhandene totale Ablehnung der Kernenergie in weiten Teilen der Bevölkerung und der Medien neben dem praktisch vollständigen Fehlen entsprechender Öffentlichkeitsarbeit der Kernenergiebeführworter finden.

Aus diesen Gründen halte ich es für völlig ausgeschlossen, dass in Deutschland innerhalb der nächsten 50 Jahren neue Kernkraftwerke gebaut werden. Und das ist völlig unabhängig davon, was das für Kraftwerkstechnologie ist – inhärent sicher, in der Lage den alten hochaktiven Abfall zu neutralisieren, superpreiswert, hoch verfügbar, schnell regelbar. Das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zur Kernenergie ist komplett irrational, warum sollten rationale Argumente etwas daran ändern?

Die Antwort auf Prof. Sinns Frage, woher denn sonst der Strom kommen solle, ist relativ einfach. Kohle, Gas, Biomasse, Wind, Sonne. Bevor in Deutschland ein neues Kernkraftwerk gebaut wird, werden wir das Land komplett zugepflastert haben mit Windrädern, die in Zeiten der Überproduktion „Windgas“ oder Wasserstoff erzeugen, um die Flauten auszugleichen. Wir werden uns auf Gedeih und Verderb an das russische Erdgas binden, weil wir zu feige für Fracking im eigenen Land sind. Wir werden ggf. Strom importieren. Wir werden im Zweifel auf den Klimaschutz pfeifen und weiter Kohle verstromen. Alles ist in Deutschland einfacher zu verkaufen als Kernenergie.

Prof. Sinn sagt: „Ich bezeichne die Energiewende als einen Irrweg, da wir noch nicht über die technischen Möglichkeiten verfügen, den grünen Strom zu glätten.“ Da liegt er komplett falsch. Denn natürlich haben wir die technischen Möglichkeiten – sie sind nur sehr teuer, deshalb hält sie Prof. Sinn als Ökonom für nicht relevant. Er liegt komplett falsch. Geld spielt keine Rolle. Politik und Bevölkerung werden nicht zögern, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu reduzieren. Das hat man doch in der Vergangenheit gesehen. Und vermutlich wird es sich gar nicht so dramatisch auf den Wohlstand in Deutschland auswirken, kleinere Einbußen – auch das lehrt die Vergangenheit – scheinen aber niemand zu interessieren, man fährt dann halt das traditionell-sozialistische Argumentationsmuster „die Reichen sind schuld“. Und im Angesicht der Auswirkungen des Flüchtlingsstroms werden ein paar 100 Mrd. EUR für die Energiewende sowieso nicht ins Gewicht fallen.

Im Einführungsartikel meines Nachbarblogs habe ich geschrieben, dass der Blog auch so eine Art Archiv sein soll, um das oft wiederkehrende Gefühl „ich hab’s ja gleich gesagt“ auch faktisch zu untermauern. Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch, aber bezüglich der Qualität von Politik und Medien insbesondere im Bereich Energieversorgung bin ich über die Jahre sehr pessimistisch geworden. Wir werden sehen, ob Prof. Sinn richtig liegen wird oder ich. Wir lesen uns in 20 Jahren wieder.

Lieblingsblogs vorgestellt: Rentnerblog

Heute will ich einen Blog vorstellen, über den ich vor einigen Jahren eher zufällig gestolpert bin. Dr. Willy Marth schreibt in seinem „Rentnerblog“ über Themen wie unsere Stromversorgung, die Energiewende, die Kernenergie und auch mal über das KIT, wo er ein paar Jahre forschte, als es noch Kernforschungszentrum Karlsruhe hieß.

Die Beiträge sind allesamt kenntnisreich und wohlformuliert, ein echter Lesegenuss. Besonders die Artikel über die Kerntechnik sind exzellent und profitieren vom enormen Hintergrundwissen des Autors.

Ab und an gibt es auch mal einen Beitrag über kulturelle oder geschichtliche Themen, was die Sache schön auflockert. Und dem Bloguntertitel „Blogge über Gott und die Welt“ absolut gerecht wird.

Der Blogautor ist gleichzeitig auch Buchautor. Bisher zwei Bücher gehen auf sein Konto: „Meine Erlebnisse an deutschen Kernreaktoren und Wiederaufarbeitungsanlagen: Lustige und weniger lustige Geschichten eines Insiders“, welches ich mit großer Begeisterung gelesen habe und sein neuestes Werk „Energiewende und Atomausstieg“, das auf meinem Nachttisch auf dem noch-zu-lesen-Stapel liegt. Kurze Leseproben gibt es auf dem Blog.

Die einzige Schwäche des Blogs ist die geringe Postingfrequenz. Aber Qualität ist allemal wichtiger als Quantität.

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Lieblingsblogs vorgestellt: ScienceSkepticalBlog

Endlich der lang erwartete (von wem?) zweite Teil der Reihe „Meine Lieblingsblogs“.

Heute geht es um den ScienceSkepticalBlog. Mehrere Stammautoren wie Peter Heller, Günter Heß, Rudolf Kipp und Quentin Quencher bemühen sich hier, faktenbasiert ihre Skepsis bezüglich der Energiewende, der Klimakatastrophe und Irrwegen der Umweltpolitik auszudrücken. Die Artikel sind gut recherchiert, mit Quellenangaben versehen und wohlformuliert. Und zufällig spiegeln die meisten Artikel auch sehr gut meinen Standpunkt zu diesen Dingen wider. Wobei das natürlich alles andere als Zufall ist: wie könnte man auf Basis derselben Fakten zu signifikant unterschiedlichen Ergebnissen kommen?

Besonders lobenswert ist meines Erachtens der Standpunkt beim Thema Klimakatastrophe. Hier gibt es in den Reihen der Skeptiker ja eine ganze Anzahl von merkwürdigen Gestalten, die selbst spektroskopische Tatsachen wie die Isolationswirkung von CO2 in der Atmosphäre anzweifeln. Beim ScienceSkepticalBlog hingegen steht man mit beiden Beinen auf dem Boden der Physik. Man bezweifelt nur die Katastrophenwarnungen, die auf Basis fragwürdiger Modelle den Teufel an die Wand malen und mit Horrorprojektionen den baldigen Untergang der Menschheit prognostizieren.

Zum Einstieg am besten die Einführungsseite goutieren und ein paar der dort genannten Artikel lesen. Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist die Trennung in „Artikel“ und „Blog“. Ich empfehle, einfach alles zu lesen :-)

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Only Atomstrom in my Wohnhome

Endlich ist es soweit: die MAXENERGY GmbH bietet seit neuestem den Stromtarif MAXATOMSTROM an. Logisch denkenden Menschen war schon immer klar, dass nur die Kernenergie preiswert, umweltfreundlich, naturschützend und klimaschonend Strom in ausreichenden Mengen für eine Industrienation bereitstellen kann. Jetzt haben diese Menschen (also mindestens ich) endlich die Chance, mit dem Geldbeutel abzustimmen.

Was nach 2022, dem derzeitigen Datum des endgültig endgültigen deutschen Kernenergieausstieg passiert, ist noch offen. Aber nachdem die deutschen Ökostromanbieter massenweise Strom aus österreichischen Wasserkraftwerken kaufen, dürfte es für MAXENERGY ja kein Problem sein, den sauberen französischen, belgischen, schwedischen, finnischen, schweizerischen oder tschechischen Kernenergiestrom zu kaufen.

Drohnen über Kernkraftwerken

2014-11-27, 00:38h, ZDF, „heute nacht“, die Mutter aller Qualitätsnachrichtensendungen. Das Aufmacherthema sind die „Ufo-Flüge“ über französischen Kernkraftwerken. Als Expertin in Bild und Ton: Oda Becker. Bei dem Namen klingelte irgendwas, und eine kurze Googelei später finde ich zwei Artikel aus „Zettels Raum“, einem meiner Lieblingsblogs (leider ist Blog-Gründer „Zettel“ viel zu früh von uns gegangen). Bis heute hat noch niemand verstanden, was Frau Becker qualifiziert, über die Sicherheit von Kernkraftwerken zu referieren. Ihre Ausführungen in der heute-Sendung erreichten denn auch nicht mal das Niveau der Sendung mit der Maus. Nein, das ist unfair formuliert. Sie erreichten bei weitem nicht das Niveau der Sendung mit der Maus.

Die Sendung endet mit Berichten von den Champions League-Begegnungen, davor ein Bericht über einen Karikaturisten aus China. Ja, es ist wieder über allerhand Relevantes aus der ganzen Welt berichtet worden.

Lieblingsblogs vorgestellt: nukeKlaus.de

Als Teilzeit-und-nur-wenn-ich-gerade-Bock-habe-Blogger ist meine Artikelfrequenz naturgemäß sehr überschaubar. Tatsächlich ist sie momentan deutlich höher, als ich mir selbst beim Start des „4-Blog-Experiments“ zugetraut hätte, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auf Dauer nicht durchhalten werde.

Umso wichtiger, dass es da draußen eine Menge anderer Blogs gibt, die qualitativ noch deutlich über dem liegen, was ich hier fabriziere. Deshalb will ich in loser Folge meine „Lieblingsblogs“ hier vorstellen, die ich auf die eine oder andere Weise als außergewöhnlich und empfehlenswert empfinde.

Beginnen will ich mit nukeKlaus.de. Dr. Klaus-Dieter Humpich schreibt dort regelmäßig „Nachrichten aus der Kerntechnik“. Im deutschsprachigen Raum dürfte dieser Blog einzigartig sein, und das in mehrerlei Hinsicht: er bietet einen überwiegend positiven Blick auf die Kernenergie und bleibt trotzdem nüchtern an den Fakten orientiert (auch wenn sich der Autor die eine oder andere Spitze manchmal nicht verkneifen kann), er bedient sich vielerlei internationaler Quellen für die Beiträge, er bietet ausführliche und auch sprachlich einwandfreie Beiträge. Die Bandbreite der Themen ist beachtlich, es werden oft auch allgemeine energietechnische Problemstellungen beleuchtet, von der Energiewende bis zum Netzausbau. Wohltuend auch die kritischen Berichte zu den kerntechnischen Wundermaschinen von den verschiedenen SMR-Konzepten bis zu den GenIV-Reaktoren.

Ein weiterer Pluspunkt: der Autor wird von Seiten der Anti-Atom-Lobby aufs Schärfste kritisiert und gerne auch persönlich angegriffen, ohne sich mit den Sachargumenten zu beschäftigen. Gut, die Anti-Atom-Lobby arbeitet halt so – viel Geschrei, wenig Substanz. Aber zu einer namentlichen Nennung auf deren Propagandaseiten haben es trotzdem nicht viele gebracht. Ein echtes Qualitätsmerkmal.

Ich empfehle allen, die sich einen neutralen Blick auf die Energiewirtschaft erhalten wollen, regelmäßig bei nukeKlaus.de vorbeizuschauen. Die Schauergeschichten über die Kerntechnik in den Qualitätsmedien brauchen einen faktenbasierten Kontrapunkt.

Ich schließe mit einem treffenden Energiewende-Zitat von Klaus-Dieter Humpich: „In diesem Sinne, glückliches „atomfreies“ Deutschland, denn diesmal muss der Letzte nicht mal mehr das Licht ausmachen.“