Meine Energiewende

Es hat noch keiner gefragt, aber ich will hier mal in aller Kürze meine persönliche Energiewende skizzieren.

Die Bereitstellung der Energie geschieht durch Kernspaltung. Große Druck- und Siedewasserreaktoren an den existierenden Standorten (netztechnisch optimale und vor allem schon existierende Anbindung, d.h. sofortiger Stopp der billionenteuren Stromnetzausbaupläne zur Unterstützung des Zappelstroms aus Sonne und Wind) für die Grund- und Mittellast im Stromnetz. Gasturbinen und Akkuspeicher und Pumpspeicher für das Abfedern von Spitzen und für das Ermöglichen eines Dauerbetriebs der großen Reaktoren. Produktion von Gas, Öl und Wasserstoff durch Hochtemperaturreaktoren. Fernwärmeversorgung per Kleinreaktoren für die Ballungsräume durch effiziente Kraft-Wärme-Kopplung, das „flache Land“ über synthetisch erzeugtes Öl, Wärmepumpen und elektrische Nachtspeicheröfen. Prozesswärme für die Industrie direkt durch Hochtemperaturreaktoren oder indirekt über synthetisch erzeugtes Öl, Gas oder Wasserstoff.

Versorgungssicherheit durch heimischen Uranbergbau und Uranextraktion aus Meerwasser nebst Wiederaufarbeitung sowie Verarbeitung des existierenden nuklearen Abfalls durch schnelle Brutreaktoren. Wobei Mehrzahl hier wahrscheinlich falsch ist – einer dürfte reichen.

Was kostet das? Auf jeden Fall weniger als eine Energiewende nach deutschem Muster. Kostenloses Abfallprodukt: absolute Importunabhängigkeit. Weder Russland noch dem Nahen Osten noch den USA Geld für Öl und Gas in den Rachen werfen – klingt gut, oder? Und problemlos kombinierbar mit den bereits bestehenden EE-Anlagen, die dann ab sofort gerne zu Marktpreisen konkurrieren dürfen. Und alle Einzelkomponenten dieses kerntechnisch basierten Gesamtsystems sind exportierbar in alle Welt.

Ist das in Deutschland denkbar? Natürlich nicht. Dieses Land ist voller Atomphobiker mit erheblicher medialer Meinungsverstärkung. Weite Teile der Bevölkerung sind Physik-Noobs und rettungslos indoktriniert. Kleine Schritte in die skizzierte Richtung sind natürlich trotzdem denkbar, nuklear erzeugter Strom und zukünftig synthetisch erzeugtes Öl oder Gas oder Wasserstoff, von unseren EU-Nachbarn bereitgestellt, wird den Weg nach Deutschland finden.

Die steuerfreie 1000-Euro-Prämie

Wie ich der Presse entnehme, ist heute die von der Regierung beschlossene und vom Bundestag abgenickte steuerfreie 1000€-Prämie für Arbeitnehmer für den Fall, dass der Arbeitgeber diese locker machen kann und/oder will, im Bundesrat (vorerst?) gescheitert. Das wird den Lars aber hart treffen.

Steuersystematisch und im Kontext der Zielrichtung „Entlastung der Bevölkerung wegen der hohen Spritpreise“ ist das erst mal eine gute Nachricht. Selten war ein Bundestagsbeschluss zielungenauer, gießkannenartiger, mehr Geschäft auf Kosten Dritter. Ich hatte schon früher geschrieben: wenn man tatsächlich – im Gegensatz zu den letzten 35 Jahren gelebter Mineralölsteuerpolitik – der Meinung ist, dass Spritpreise zu hoch sind, macht man die entweder besser absetzbar über die Steuererklärung (zielgenau bezüglich nicht vermeidbarer – sprich beruflich veranlasster – Fahrten) oder man senkt generell die Mineralölsteuer (wie geschehen) mit allen dadurch einhergehenden Risiken wie Verwässerung des Knappheitssignals der Preise und potenziell nicht vollständig an die Kunden weitergegebenen Kostenvorteile der Mineralölkonzerne.

Teilweise wurde in den Medien aber auch eine ganze Menge Unsinn erzählt. Als ob die Tatsache, dass Bund, Länder und Gemeinden ihren (sehr zahlreichen) Angestellten diesen Bonus nicht auszahlen wollten (nicht etwa: konnten, aber dazu hätte man ja Aufwand treiben müssen, um woanders Kosten zu senken), irgendeine Relevanz hätte – dass der Staat außerhalb der Beamtenschaft nicht besonders gut als Arbeitgeber abschneidet, ist nun wirklich keine Neuigkeit. Genausowenig, dass im Bundestag ständig Gesetze beschlossen werden zu Lasten Dritter. Ich nenne mal den ganzen Komplex „versicherungsfremde Leistungen der Rentenversicherung“ – ich erzähle hoffentlich niemandem etwas neues, dass der „Bundeszuschuss“ diese Leistungen keineswegs ausgleicht, und das schon seit vielen Dekaden. Oder die Entscheidung des Bundes, bei der großen Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen einfach einzustellen und damit eine Kostenlawine vor allem für die Kommunen in Gang setzte. Oder die jüngste Entscheidung, dass der Bund nicht die notwendigen Aufstockungen der Beiträge zur GKV von Bürgergeldempfängern übernehmen mag, sondern weiterhin die GKV-Versicherten diese Sozialleistung finanzieren dürfen. Und so weiter, und so fort.

Es wäre so schön, wenn die Politik einfach mal entlang der goldenen Regel „wer bestellt, zahlt“ entscheiden würde. Exemplarisch nenne ich mal den neuesten Entwurf des „Heizungsgesetzes“ – ein Wirrwarr an Zahlungen, Verpflichtungen, Vorschriften, fast so um sicherzustellen, dass alle ausreichend verwirrt sind, um nicht gegen diesen überkomplexen Schwachsinn zu Felde zu ziehen. Die Politik hat das Prinzip „linke Tasche, rechte Tasche“ wirklich perfektioniert – einer der Gründe, warum wir hierzulande praktisch reformunfähig sind, weil jede Reform irgendjemand irgendwas wegnimmt, und diese Gruppe dann lautstark protestiert. Und das ganze System wird „geschmiert“ durch eine Legion von Bürokraten, deren Zahl immer weiter wächst.

Wie lange wird dieser Weg in den Sozialismus, diese Aufhäufung alles erstickender Bürokratie hierzulande noch weiter gehen, bevor wir einen Reformer vom Kaliber eines Javier Milei wählen können? Ich hoffe, das passiert, bevor wir hier argentinische Zustände haben.

Gerade habe ich die KI gefragt, was es für Steuerausfälle produzieren würde, wenn man kurzerhand den Grundfreibetrag der Einkommensteuer um 1000€ anhebt. Ergebnis: 12,5 Milliarden Euro. Finde ich jetzt nicht so furchtbar viel gegenüber den vielen Milliardenbeträgen, die ständig für absolut unsinnige Dinge ausgegeben werden.

Amazons nächster logischer Schritt

Amazon hat angekündigt, zukünftig seine komplette Transportlogistikkette inklusive Auslieferung an Endkunden für alle Interessenten zu öffnen. Auf Deutsch: ein neuer global aufgestellter Konkurrent für UPS, FedEx, DHL und Konsorten. Deren Börsenkurse auch entsprechend einen eher schwierigen Tag hatten.

Ich finde es interessant, wie Amazon quasi Schritt für Schritt immer dasselbe Muster durchzieht: Infrastruktur für den Eigengebrauch aufbauen, optimieren, und schließlich „für alle“ bereitstellen, neudeutsch: „skalieren“. Der Amazon Marketplace – die Öffnung der Amazon Online-Verkaufsplattform für Drittanbieter – war der erste dieser Schritte. Danach dann (Aufzählung möglicherweise unvollständig) die „Elastic Cloud“, „Amazon Pay“, „Login über Amazon“, „Versand über Amazon“ – also die Nutzung von Amazon-Lagerkapazität mit Shipment-Fulfilment – und jetzt der nächste logi(sti)sche Schritt.

Ich sag’s mal so: die Konkurrenz ist zurecht beunruhigt. Aber ich irgendwie auch: denn für den Endkunden ist der Amazon-Lieferservice mit seinen typischen Spätabends-und-dauert-gerne-mal-ein-paar-Tage-länger-Performance jetzt nicht steter Quell uneingeschränkter Freude. Aber da sich die Konkurrenz in eine ähnlich unerfreuliche Richtung entwickelt hat, spielt es letztlich wohl keine entscheidende Rolle. Während früher die Deutsche Post von A nach B normalerweise in 1-2 Tagen Pakete zuverlässig befördern konnte, ist das heute eher die Ausnahme. Inklusive der negativen Begleiterscheinungen wie „nicht geklingelt, direkt in der Filiale geparkt“ oder „einfach mal vor der Tür abgelegt ohne Benachrichtigung“.

Die Lage im Ukraine-Krieg

Zuletzt hatte ich im September 2025 über den Ukraine-Krieg geschrieben. Seither ist viel passiert. Oder auch sehr wenig. Die Frontlinie hat sich kaum verändert, die Fortschritte der russischen Daueroffensive kaum erkennbar, an einigen Frontabschnitten gelangen den Ukrainern ebenso minimale Rückeroberungen.

Und dennoch scheint sich das Momentum derzeit etwas in Richtung Ukraine zu verschieben. Einige Zahlen legen nahe, dass die Russen derzeit mehr Personal verlieren, als sie rekrutieren können – das könnte mittelfristig dazu führen, dass Putin zu einer Teilmobilisierung gezwungen ist, was bisher mit hohem Aufwand vermieden wurde, weil es erhebliche innenpolitische Risiken mit sich bringt – ein toter Freiwilliger ist der Bevölkerung sehr viel einfacher zu verkaufen als ein toter Eingezogener. Und eigentlich kann es sich Russland nicht leisten, Arbeitende aus der Industrieproduktion an die Front zu schicken.

Das Abschalten der Starlink-Nutzung für die Russen bringt nach wie vor Probleme mit sich, die Russland nach wie vor nicht annähernd durch Ersatztechnologie kompensieren kann. Weiterhin beherrschen die Drohnen den Himmel, was klassische Kriegsführung – Konzentration gepanzerter Kräfte, massierter Vorstoß an einem Frontabschnitt – weiterhin verunmöglicht oder zumindest stark erschwert und risikobehaftet macht. Das „gläserne Gefechtsfeld“ durch die Aufklärunsdrohnen und die nach wie vor hohe Verwundbarkeit gepanzerter Fahrzeuge durch die praktisch unendliche Verfügbarkeit von FPV-Drohnen sorgen dafür. Die Seite, die dieses Problem als erstes in den Griff bekommt – naheliegende Lösung: KI-vernetzte Waffenstationen auf allen gepanzerten Fahrzeugen mit ausreichendem und treffsicherem Munitionsvorrat – wird eventuell in der Lage sein, wieder zum Bewegungskrieg überzugehen, und dann können täglich eventuell ein paar Kilometer Landgewinn erreicht werden statt wie heute ein paar Meter.

Trump scheint die Vermittlungsbemühungen weitgehend eingestellt zu haben – im Moment logischerweise wegen der Iran-Priorität, aber auch schon zuvor waren die Positionen festgefahren, und Trump war nicht willens, die eine oder andere Seite ausreichend unter Druck zu setzen, um hier Bewegung zu forcieren.

Die Ukraine erzielte zuletzt mit heimischer Drohnen- und Marschflugkörperproduktion auch einige Erfolge im rückwärtigen Raum, insbesondere bei Schlägen gegen die russische Ölindustrie – egal ob Ölförderung, Raffinerie, Tanklager oder Verladeterminal, die Russen sind offenbar nicht in der Lage, diese Ziele wirksam zu schützen – kein Wunder, die Zahl ist einfach unglaublich groß, und die Wirkmittel der Ukrainer preiswert genug, um quasi jede Abwehr zu übersättigen – eine Parallele zum Iran-Krieg. Beobachter sprechen von „kinetischen Sanktionen“ seitens der Ukrainer – schöner Begriff. Jedenfalls ist das mittelfristig Russlands verwundbarste Stelle – die Finanzierung des Krieges ist eh schon schwierig, und jetzt kommen die Einbußen durch diese Zerstörungen noch hinzu.

Wie geht es weiter? Schwer zu sagen. Im Moment ist es ein Patt in einem Abnutzungskrieg, der momentan die Russen mehr abnutzt – aber die haben weiterhin den Personal- und Materialvorteil, auch wenn er zu schwinden scheint. „Schwer zu sehen die Zukunft ist – immer in Bewegung“ sagte schon Meister Joda. Immerhin scheinen die Europäer weiterhin gewillt, die Ukraine mindestens finanziell zu unterstützen – materialtechnisch ist ja nicht mehr so besonders viel Nützliches da, was man guten Gewissens liefern könnte, ohne sich selbst völlig nackig zu machen. Und die große Zeitenwende lässt zumindest was das tatsächliche Füllen der Depots angeht weiterhin auf sich warten. Immerhin sind zumindest einige sinnvolle Bestellungen zur Stärkung der Bundeswehr erfolgt, da war noch Schlimmeres zu befürchten.

Insgesamt kann man aber festhalten, dass sich die Gesamtsituation seit meiner Einlassung von September 2022 (!) nicht signifikant geändert hat. Man sollte sich aber hüten, daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Abschied von X

SPD, Grüne und SED haben verlauten lassen, dass sie X (the Kurznachrichtendienst formerly known as Twitter) verlassen werden – oder genauer: ihre Profile „ruhen lassen“ (Subtext: damit wir sie jederzeit wieder reaktivieren können) – hier agiert zusammen, was zusammen gehört.

Eine der Begründungen: X tut nichts zur Verhinderung von Desinformation. Umso erfreulicher, dass zukünftig der X-Nutzer von der Desinformation von Rot-Dunkelrot-Grün verschont bleibt – ein heroischer Akt der Selbstzensur zur Schaffung von mehr Faktentreue, die die Inhalte auf X wieder ein wenig in Richtung politische Mitte rücken lassen. Die SED beklagte, dass „organisierte Shitstorms“ das Problem seien – ja, es ist natürlich unangenehm, wenn man mal Opfer eines Shitstorms wird, anstatt ihn selbst zu organisieren. Das ist für die eher mimosenhaft veranlagten Jünger des Marxismus unerträglich.

Die SPD hatte X ja schon mal verlassen, um Ende 2024 mehr oder weniger reumütig wieder zurückzukehren. Ist es diesmal Abschied oder Flucht, mit oder ohne Wiederkehr? Mal sehen, wie lange die Abstinenz dieses Mal durchgehalten wird.

Dass nun ausgerechnet Bluesky aka „die zensurfreudige ultralinke Echokammer“ als Alternative positioniert wird, rundet diesen Akt gelungen ab.

Das zu kleine Kartell

Die VAE haben zum 1. Mai die OPEC verlassen. Damit reduziert sich erneut die Preissetzungsmacht der OPEC, die über die Jahrzehnte einen dramatischen Bedeutungsschwund hinnehmen musste. Während in den Siebzigern – wir erinnern uns an die beiden Ölkrisen, die durch Förderdrosselung bzw. Lieferboykott der OPEC letztlich verursacht wurden – die OPEC noch etwa 55% der Welterdölförderung stemmte, ist nun nach dem Austritt der VAE der Anteil auf rund 32% gesunken.

Nun kann man natürlich, wenn man sieht, wie groß die Preisschwankungen aufgrund der Probleme rund um die Straße von Hormus tatsächlich sind und dort nur etwa 20% bis 25% des exportierten Öls transportiert wurde, nicht sagen, dass diese 32% irgendwie irrelevant sind. Aber die OPEC-Länder müssen ja weiterhin ihre Staatshaushalte finanzieren, und so wird es nun immer schwieriger, durch Kappung oder Erhöhung der Ölförderung groß Einfluss auf den Weltmarktpreis zu nehmen. Die Förderquoten waren schon immer Zankapfel innerhalb der OPEC, und durch den Austritt der VAE wird die Balance zwischen den verbliebenen Mitgliedsstaaten nun noch delikater.

Tendenziell würde ich erwarten, dass die Rohölpreise auf Sicht 10 Jahre wieder deutlich nachgeben werden, so in den Bereich von 60 bis 80 US$. Die Nachfrage wird eher stagnieren (wobei – das wurde schon oft prognostiziert, doch z.B. von 2015 bis 2025 ist die weltweite Förderung nochmal signifikant um über 10% gestiegen), viele ölfördernde Länder brauchen dringend Geld, und bei einem Preisniveau von erwartbar dauerhaft über 50 US$ ist das Erschließen unkonventioneller Lagerstätten ziemlich sicher profitabel. Aber vielleicht kommt ja auch wieder eine Pandemie dazwischen mit Preisen unterhalb von 20 US$. Oder setzen wir unsere Hoffnung auf „Frieden auf Erden“, mit einem demokratischen Venezuela, Iran und Russland und strategischer Ölförderung per Fracking in Europa? Meine Glaskugel ist gerade sehr trübe.

Tesla lässt die Hosen runter

Wie ich der Fachpresse entnehme, hat Tesla endgültig aufgegeben, FSD mit der sogenannten „Hardware 3“, also das, was so ab etwa 2019 in ihren Autos verbaut wurde, zu realisieren. Die Älteren erinnern sich: für ein paar Tausend Euro (je nach Zeitpunkt des Kaufes zwischen 5000€ und 7500€) konnte man beim Kauf eines Tesla-Neuwagens „FSD Capability“ mitordern – man bekam dafür die Hardware installiert und das Versprechen, dass (damals versprochen: Ende 2019) die entsprechende Software nachgeliefert werden würde, um „Full Self-Driving“ zu ermöglichen.

Was genau „FSD“ nun jenseits der Werbeversprechen präzise umfasste – Musk versprach in verschiedenen Aktionärs-Calls vollmundig das vollautonome Fahren von Punkt A nach Punkt B ohne Eingriff des menschlichen Fahrers bei jedem Wetter – ich kenne die Vertragsdetails und das Kleingedruckte nicht. Jedenfalls hat Tesla nun eingeräumt: die damals verbaute Hardware ist zu schwach, um das zu realisieren. Es bleibt also bei einem mageren Assistenzsystem (Level 2+ wie manche es nennen).

Eine seriöse Firma würde nun entweder den damaligen Käufern der FSD-Option die neue Hardware kostenlos nachrüsten oder das damals bezahlte Geld zurückerstatten. Was wird Tesla tun? Es bleibt spannend. Offenbar gibt es eine Aussage, dass es allein logistisch und aufwandstechnisch gar nicht möglich sei, die neue Hardware nachzurüsten.

Was mal wieder zeigt: niemals den Zukunftsversprechungen einer Firma vetrauen, insbesondere dann nicht, wenn die Vergangenheit bereits eindrucksvoll gezeigt hat, wie niedrig der Eintrittswahrscheinlichkeit zum versprochenen Termin ist. Und schon gar nicht dann, wenn man auch noch dafür zahlen soll.

Spannend auch, was die Börse dazu sagen wird. Wenn man Analysten anno 2019 oder 2020 nach dem absurd hohen Tesla-Kurs gefragt hat, war oft die Begründung, dass die baldige Umsetzung der „Robotaxi-Idee“ da schon eingepreist wäre. Aber im Musk-Universum löst ja relativ häufig ein noch größeres Zukunftsversprechen das vorherige ab – im Prinzip so eine Art „Ponzi Scheme“ (Schneeballsystem). Es läuft eine Weile super, und dann kommt das böse Erwachen. Aber keiner weiß vorher, wie lange „eine Weile“ sein wird. Für den Moment dauert sie noch an.

Und noch was spannendes: es gibt in Fachkreisen ja immer noch reichlich Stimmen, die bezweifeln, dass Tesla mit seinem Ansatz „nur Kameras“ das Problem des autonomen Fahrens Level 5 jemals gelöst bekommt, egal ob mit Hardware 4 oder der angekündigten Hardware 5. Denn nicht nur Rechenleistung ist entscheidend, sondern auch Sensorik. Die eher sparsamen Erfolge der Tesla-Robotaxi-Flotte gegenüber den Konkurrenten wie Waymo scheinen durchaus in diese Richtung zu deuten. Ob man daraus auch Rückschlüsse auf den weiterhin für manche Anwendung beschämend bescheidenen Stand der KI ziehen kann?