Lieblingsblogs vorgestellt: Der letzte Biss

Werwohlf heißt der Autor, „Der letzte Biss“ heißt sein Blog. Anonyme Blogger sind nicht jedermanns Sache, aber ich kann die Gründe für die Entscheidung, sich unerkannt durchs Netz bewegen zu wollen, sehr gut nachvollziehen. Und letztlich geht es ja im die Qualität und um nix anderes.

Ich bin nicht immer einer Meinung mit dem Werwohlf, aber seine liberale Grundhaltung gefällt mir, und die Beiträge sind wohlformuliert und gerne auch pointiert zugespitzt. Ein Lesevergnügen. Der Output ist nicht zu verachten, 10 Artikel im Monat sind keine Seltenheit. Zum Einstieg empfehle ich den Beitrag zur Diskussion über den Klimawandel. Oder zur Ersten Klasse der DB. Oder zu Frau Fahimi.

Man könnte dem Werwohlf allerhöchstens vorwerfen, dass er Fan von Hertha BSC ist. Aber so hat halt jeder sein Päckchen zu tragen.

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Lieblingsblogs vorgestellt: unbesorgt

Was qualifiziert einen Blog dazu, in meine „Lieblingsblogs“-Liste aufgenommen zu werden? Inhaltliche und sprachliche Qualität, faktenorientiert, und bevorzugt eine etwas andere Sichtweise als die der Massenmedien (jetzt hätte ich beinahe „linksgrün-versiffte Qualitätsjournaille“ geschrieben). Wobei: wenn man sich an den Fakten orientiert, ist es ja automatisch eine andere Sichtweise als die der Massenmedien. Was außerdem hilfreich ist, ist eine anständige Postingfrequenz, also mehrmals im Monat.

Roger Letsch trifft mit seinem Blog „unbesorgt – Ansichten und Einsichten ohne Rücksichten“ da einen Nerv bei mir. Man liest seine Artikel und ist innerlich (meistens) heftig beim Kopfnicken. Einer meiner All-Time-Favourites ist der „Zukunftsbericht 2050 aus dem Ministerium für Energiezuteilung und Mangelwirtschaft“ nebst seinem zweiten Teil „Back to black“. Selten hat jemand den Energie-Irrsinn der deutschen Politik eleganter demaskiert.

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Lieblingsblogs vorgestellt: Rentnerblog

Heute will ich einen Blog vorstellen, über den ich vor einigen Jahren eher zufällig gestolpert bin. Dr. Willy Marth schreibt in seinem „Rentnerblog“ über Themen wie unsere Stromversorgung, die Energiewende, die Kernenergie und auch mal über das KIT, wo er ein paar Jahre forschte, als es noch Kernforschungszentrum Karlsruhe hieß.

Die Beiträge sind allesamt kenntnisreich und wohlformuliert, ein echter Lesegenuss. Besonders die Artikel über die Kerntechnik sind exzellent und profitieren vom enormen Hintergrundwissen des Autors.

Ab und an gibt es auch mal einen Beitrag über kulturelle oder geschichtliche Themen, was die Sache schön auflockert. Und dem Bloguntertitel „Blogge über Gott und die Welt“ absolut gerecht wird.

Der Blogautor ist gleichzeitig auch Buchautor. Bisher zwei Bücher gehen auf sein Konto: „Meine Erlebnisse an deutschen Kernreaktoren und Wiederaufarbeitungsanlagen: Lustige und weniger lustige Geschichten eines Insiders“, welches ich mit großer Begeisterung gelesen habe und sein neuestes Werk „Energiewende und Atomausstieg“, das auf meinem Nachttisch auf dem noch-zu-lesen-Stapel liegt. Kurze Leseproben gibt es auf dem Blog.

Die einzige Schwäche des Blogs ist die geringe Postingfrequenz. Aber Qualität ist allemal wichtiger als Quantität.

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Lieblingsblogs vorgestellt: ScienceSkepticalBlog

Endlich der lang erwartete (von wem?) zweite Teil der Reihe „Meine Lieblingsblogs“.

Heute geht es um den ScienceSkepticalBlog. Mehrere Stammautoren wie Peter Heller, Günter Heß, Rudolf Kipp und Quentin Quencher bemühen sich hier, faktenbasiert ihre Skepsis bezüglich der Energiewende, der Klimakatastrophe und Irrwegen der Umweltpolitik auszudrücken. Die Artikel sind gut recherchiert, mit Quellenangaben versehen und wohlformuliert. Und zufällig spiegeln die meisten Artikel auch sehr gut meinen Standpunkt zu diesen Dingen wider. Wobei das natürlich alles andere als Zufall ist: wie könnte man auf Basis derselben Fakten zu signifikant unterschiedlichen Ergebnissen kommen?

Besonders lobenswert ist meines Erachtens der Standpunkt beim Thema Klimakatastrophe. Hier gibt es in den Reihen der Skeptiker ja eine ganze Anzahl von merkwürdigen Gestalten, die selbst spektroskopische Tatsachen wie die Isolationswirkung von CO2 in der Atmosphäre anzweifeln. Beim ScienceSkepticalBlog hingegen steht man mit beiden Beinen auf dem Boden der Physik. Man bezweifelt nur die Katastrophenwarnungen, die auf Basis fragwürdiger Modelle den Teufel an die Wand malen und mit Horrorprojektionen den baldigen Untergang der Menschheit prognostizieren.

Zum Einstieg am besten die Einführungsseite goutieren und ein paar der dort genannten Artikel lesen. Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist die Trennung in „Artikel“ und „Blog“. Ich empfehle, einfach alles zu lesen :-)

Bisher in der Reihe „Lieblingsblogs vorgestellt“ veröffentlicht:

Lieblingsblogs vorgestellt: nukeKlaus.de

Als Teilzeit-und-nur-wenn-ich-gerade-Bock-habe-Blogger ist meine Artikelfrequenz naturgemäß sehr überschaubar. Tatsächlich ist sie momentan deutlich höher, als ich mir selbst beim Start des „4-Blog-Experiments“ zugetraut hätte, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auf Dauer nicht durchhalten werde.

Umso wichtiger, dass es da draußen eine Menge anderer Blogs gibt, die qualitativ noch deutlich über dem liegen, was ich hier fabriziere. Deshalb will ich in loser Folge meine „Lieblingsblogs“ hier vorstellen, die ich auf die eine oder andere Weise als außergewöhnlich und empfehlenswert empfinde.

Beginnen will ich mit nukeKlaus.de. Dr. Klaus-Dieter Humpich schreibt dort regelmäßig „Nachrichten aus der Kerntechnik“. Im deutschsprachigen Raum dürfte dieser Blog einzigartig sein, und das in mehrerlei Hinsicht: er bietet einen überwiegend positiven Blick auf die Kernenergie und bleibt trotzdem nüchtern an den Fakten orientiert (auch wenn sich der Autor die eine oder andere Spitze manchmal nicht verkneifen kann), er bedient sich vielerlei internationaler Quellen für die Beiträge, er bietet ausführliche und auch sprachlich einwandfreie Beiträge. Die Bandbreite der Themen ist beachtlich, es werden oft auch allgemeine energietechnische Problemstellungen beleuchtet, von der Energiewende bis zum Netzausbau. Wohltuend auch die kritischen Berichte zu den kerntechnischen Wundermaschinen von den verschiedenen SMR-Konzepten bis zu den GenIV-Reaktoren.

Ein weiterer Pluspunkt: der Autor wird von Seiten der Anti-Atom-Lobby aufs Schärfste kritisiert und gerne auch persönlich angegriffen, ohne sich mit den Sachargumenten zu beschäftigen. Gut, die Anti-Atom-Lobby arbeitet halt so – viel Geschrei, wenig Substanz. Aber zu einer namentlichen Nennung auf deren Propagandaseiten haben es trotzdem nicht viele gebracht. Ein echtes Qualitätsmerkmal.

Ich empfehle allen, die sich einen neutralen Blick auf die Energiewirtschaft erhalten wollen, regelmäßig bei nukeKlaus.de vorbeizuschauen. Die Schauergeschichten über die Kerntechnik in den Qualitätsmedien brauchen einen faktenbasierten Kontrapunkt.

Ich schließe mit einem treffenden Energiewende-Zitat von Klaus-Dieter Humpich: „In diesem Sinne, glückliches „atomfreies“ Deutschland, denn diesmal muss der Letzte nicht mal mehr das Licht ausmachen.“