Amazon hat angekündigt, zukünftig seine komplette Transportlogistikkette inklusive Auslieferung an Endkunden für alle Interessenten zu öffnen. Auf Deutsch: ein neuer global aufgestellter Konkurrent für UPS, FedEx, DHL und Konsorten. Deren Börsenkurse auch entsprechend einen eher schwierigen Tag hatten.
Ich finde es interessant, wie Amazon quasi Schritt für Schritt immer dasselbe Muster durchzieht: Infrastruktur für den Eigengebrauch aufbauen, optimieren, und schließlich „für alle“ bereitstellen, neudeutsch: „skalieren“. Der Amazon Marketplace – die Öffnung der Amazon Online-Verkaufsplattform für Drittanbieter – war der erste dieser Schritte. Danach dann (Aufzählung möglicherweise unvollständig) die „Elastic Cloud“, „Amazon Pay“, „Login über Amazon“, „Versand über Amazon“ – also die Nutzung von Amazon-Lagerkapazität mit Shipment-Fulfilment – und jetzt der nächste logi(sti)sche Schritt.
Ich sag’s mal so: die Konkurrenz ist zurecht beunruhigt. Aber ich irgendwie auch: denn für den Endkunden ist der Amazon-Lieferservice mit seinen typischen Spätabends-und-dauert-gerne-mal-ein-paar-Tage-länger-Performance jetzt nicht steter Quell uneingeschränkter Freude. Aber da sich die Konkurrenz in eine ähnlich unerfreuliche Richtung entwickelt hat, spielt es letztlich wohl keine entscheidende Rolle. Während früher die Deutsche Post von A nach B normalerweise in 1-2 Tagen Pakete zuverlässig befördern konnte, ist das heute eher die Ausnahme. Inklusive der negativen Begleiterscheinungen wie „nicht geklingelt, direkt in der Filiale geparkt“ oder „einfach mal vor der Tür abgelegt ohne Benachrichtigung“.